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Berufen zur Benediktinerin

Gott, unserem Schöpfer
den Lobpreis darbringen

Die Grundpfeiler des benediktinischen Tages sind die tägliche Eucharistiefeier und das Stundengebet. Wir gedenken dabei der Heilstaten Gottes und feiern die Geheimnisse unseres Glaubens:

Deinen Tod o Herr verkünden wir
und deine Auferstehung preisen wir
bis du kommst in Herrlichkeit.

Im treuen Vollzug des Stundengebets bringen die Nonnen die urchristliche Haltung der Wachsamkeit und der Erwartung der Wiederkunft des Herrn im gemeinsamen Stehen vor Gott zum Ausdruck. Der völlig zweckfreie, ganz auf die Verherrlichung Gottes ausgerichtete Lobpreis wird besonders deutlich in den Worten des zweiten Hochgebets der hl. Messe:

Wir danken dir, dass du uns berufen hast,
vor dir zu stehen und dir zu dienen.

Die Erhabenheit der Verpflichtung zum Gotteslob drückt das Gebet im Rahmen der Feierlichen Profess bei der Übergabe des Stundenbuches an die Neuprofessin aus:

Empfangen Sie das Stundenbuch der Kirche.
Ziehen Sie dem Gottes dienst nichts vor,
und bringen Sie zusammen mit Ihren Schwestern Gott, dem Schöpfer,
den Lobpreis dar.
Was Sie mit dem Munde singen,
sollen Sie im Herzen glauben,
und was Sie im Herzen glauben,
im Leben erfüllen.

Die tägliche Arbeit - „Gott in allem verherrlichen“ (RB 57,9)

Bei dem bekannten Motto „Ora et labora“ geht es in erster Linie um eine innere Verbindung: Gebet und Arbeit sollen sich ergänzen, durchdringen und gegenseitig befruchten. Der hl. Benedikt möchte, daß die Gemeinschaft der Mönche ihren Lebensunterhalt selbst erarbeitet und auch durch die Arbeit Gott verherrlicht.
Er versteht Arbeit vor allem als Dienst aneinander. Benedikt fordert die Mönche auf, „einander in Liebe zu dienen“ (RB 35,6). Dies kommt in den auch heute noch praktizierten sog. „Wochendiensten“ zum Ausdruck.
Jede Arbeit soll Gott verherrlichen und zugleich in irgendeiner Weise Dienst an der Gemeinschaft sein.
Die Benediktinerin soll ihre Arbeit mit Hingabe und Ehrfurcht verrichten. Selbst die Geräte und der Besitz des Klosters sollen, so Benedikt, „als heiliges Altargerät betrachtet werden“ (RB 31,10).

In Gemeinschaft leben

Benedikt sieht das klösterliche Leben als gemeinsames Unterwegssein zu Gott.
Das Wort aus der Apostelgeschichte „die Gemeinschaft der Gläubigen war ein Herz und eine Seele und hatte alles gemeinsam“
(Apg 4,32) ist Leitbild für eine benediktinische Gemeinschaft. Diese verwirklicht sich zuerst in der Feier des Gottesdienstes, in der Tischgemeinschaft, darüberhinaus in allen gemeinschaftlichen Vollzügen: in anfallenden Aufgaben und Arbeiten, bei Beratungen und Gesprächen, in der Rekreation, bei Feiern,
bei der Sorge für die Alten und Kranken.

Gemeinschaft gelingt dann am besten, wenn auch dem Alleinsein Raum gegeben wird. Deshalb ist die Einsamkeit in der Zelle genauso wichtig wie das Miteinander in Gemeinschaftsräumen.

Unter Regel und Abt

In Abgrenzung zu anderen Arten von Mönchen beschreibt Benedikt im ersten Kapitel seiner Regel sein Ideal von Mönchen so: sie dienen in einer klösterlichen Gemeinschaft unter Regel und Abt. Alle richten sich nach denselben Weisungen der Regel. Aufgabe des Abtes, der Äbtissin, ist es, das Evangelium und die heilige Regel auf die konkrete Situation der Gemeinschaft hin auszulegen. Vor allem die Kapitel 2 und 64 sprechen davon. Der Abt wird als Stellvertreter Christi in der Gemeinschaft, als Vater, Lehrer, Arzt und Hirte bezeichnet. Wegen seiner Stellung verlangt Benedikt, daß die einzelnen Glieder der Gemeinschaft „ihrem Abt in aufrichtiger und demütiger Liebe zugetan seien.“ (RB 72,10)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

»Beim Tisch der Brüder darf die Lesung nicht fehlen.« (RB 38,1)

 

Hier finden Sie die aktuelle Tischlesung und eine Liste der Bücher, die im Refektorium der Abtei St. Walburg zum Mittag- und Abendessen vorgelesen werden.