Walburgafest 2026
Genau eine Woche nach dem Beginn der Fastenzeit, durfte heuer die Gemeinschaft von St. Walburg und zusammen mit ihr Gläubige aus dem ganzen Bistum das Fest unserer Heiligen Walburga feiern. “Du leuchtest als ein heller Stern …” singen wir am Walburgafest mehrfach im Hymnus - gleichsam wie ein Stern leuchtet dieses Fest als stärkender und frohmachender Höhepunkt auf dem Weg durch die vorösterliche Bußzeit. Mit der ersten Vesper am Vorabend des 25. Februar- zu deren Abschluß die Äbtissin traditionsgemäß an jede Schwester das Walburgisöl austeilt - beginnt für den Konvent bereits der Festtag. Auch die kostbar gefasste und verzierte Armreliquie der hl. Walburgaaus dem Jahr 1533, die stets von 2 brennenden Kerzen flankiert, den Festtag über im Altarraum des Nonnenchors ihren Platz hat, ist ein fester Bestandteil der klösterlichen Feierlichkeiten.
Wenn gegen 7 Uhr das morgendliche Konventamt vorbei ist, stehen im Pfortenbereich schon einige Schwestern bereit, um ihren Dienst an den Pilgern zu versehen. Hauptaufgabe ist natürlich das Verteilen des Walburgisöls an die Gläubigen, aber auch die Aufnahme von Messintentionen oder das Verkaufen von Likör, Osterkerzen und Devotionalien gehören schon lange zu den Tätigkeiten rund um den Festtag.
Festprediger beim gut besuchten Hauptgottesdienst war heuer Abt Thomas Freihart OSB aus Weltenburg, Konzelebranten waren der Plankstettener Abt Beda M. Sonnenberg OSB, Domkapitular Reinhard Kürzinger, Domkapitular em. Franz Mattes, der Spiritual von St. Walburg Pfarrer Tobias Göttle, der Spiritual des Priesterseminars Pater Michael Schneider, Dr. Oleksandr Petrynko, Rektor des Eichstätter Collegium Orientale, der Eichstätter Diözesanpriester und Kolping-Landespräses Christoph Wittmann sowie Diakon Anselm Blumberg.
In seiner Predigt rief Abt Thomas die Gläubigen eindringlich dazu auf, wieder Räume für das Gebet zu schaffen. Die Familie als Keimzelle für lebendigen Glauben sei dabei ein nicht zu unterschätzendes, sehr wichtiges Element. Nicht zuletzt verdanke auch das Bistum Eichstätt seine Gründung einer heiligen Familie: den angelsächsischen Geschwistern Willibald, Wunibald und Walburga. Er wandte sich vor allem an die Eltern und Großeltern ihre Glaubenspraxis an die Kinder und Enkel weiterzugeben. „Wir brauchen Lernorte des Betens, wir brauchen einen festen Rhythmus des Betens. Was Sie den Kindern und Enkeln mitgeben, wird zu einem Schatz fürs Leben, zu einer Kraftquelle“. In diesem Sinne sei auch das Fest der Bistumsheiligen Walburga ein großer Aufruf zur Weitergabe des Glaubens an die nachfolgenden Generationen. Symbol für diese Weitergabe ist das Walburgisöl, das seit Jahrhunderten an Generationen von Gläubigen ausgeteilt wird.
Symbolträchtig schien sich auch das Wetter am Festtag zu verhalten: nachdem sich die hl. Walburga auf der Kirchturmspitze am Morgen noch in dichtem Nebel zu verstecken suchte, strahlte sie ab dem Mittag mit der Sonne um die Wette, die nach sehr wechselhaften Wetterkapriolen mit Regen, Wind und Schnee in den letzten Wochen, einen ersten Hauch von Frühling ins Altmühltal zauberte. Wie sich auch vieles im Leben oft in einer dichten, undurchdringlichen “Nebelsuppe” verbirgt, so kann es sich dennoch im Licht des Glaubens und des Gebets plötzlich erhellen.


















