Zum Inhalt springen

Bibliothek

Die Bibliothek ist nach der Regel des Hl. Benedikt ein wesentlicher Bestandteil eines Klosters. Gebet, Arbeit, Erholung und geistliche Lesung strukturieren den Tag der klösterlichen Gemeinschaft. In dem langen Kapitel 48 beleuchtet Benedikt auch das Verhältnis von Arbeit (labor) und geistlicher Lesung (lectio divina), wobei er den hohen Stellenwert des Lesens zur Förderung des geistlichen Lebens betont.

Erst ab der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts lassen sich Spuren der Überlieferung über eine Klosterbibliothek in der Abtei St. Walburg nachweisen. In der Säkularisation (1806-1835) konnten die Nonnen ihre Bücher im Schutze der Klausur bewahren, so dass sich ein historischer Bestand von 5206 Titeln in 5238 Bänden aus dem 16. bis 19. Jahrhundert erhalten hat. Der Wert dieser Bibliothek liegt in der seltenen Geschlossenheit, an der sich repräsentativ die Lesegewohnheiten dieses bayerischen Benediktinerinnenklosters - mit Schwerpunkt auf dem 18. Jahrhundert - ablesen lassen. Bemerkenswert ist ferner die individuelle Gestaltung zahlreicher Bände, in denen mehrere Titel zusammengebunden sind. Die aszetisch-erbauliche Literatur bildet die umfangreichste Gruppe des Bestands: Dazu zählen u.a. Gebet- und Bruderschaftsbücher, Werke benediktinischer Spiritualität, Erbauungsbücher für Ordensfrauen, Schriften der Mystikerinnen von Helfta, Heiligenleben, Bücher zur Verehrung der Hl. Walburga und andere sog. Wallfahrtsbücher. Es findet sich ferner theologische Literatur in deutscher und lateinischer Sprache, darunter eine größere Anzahl von Predigtsammlungen, vor allem von Autoren aus dem Eichstätter Raum. Alte Kataloge für den Buchbestand vor 1900 sind nicht erhalten.