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Spätgotische Tafelbilder

Spätgotische Tafelbilder

Im Nonnenchor des Klosters St. Walburg befinden sich 18 sehr kostbare Tafelbilder eines unbekannten, wohl in Eichstätt oder der näheren Umgebung beheimateten Künstlers des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Sie gehörten ursprünglich zu einem spätgotischen Altarretabel.

Intention des mittelalterlichen Künstlers war es, mittels dieser Tafelbilder Gott zu verherrlichen sowie durch eine Art Bildpredigt die einzelnen Ereignisse des Erlösungswerkes Christi vor Augen zu führen und auf diese Weise der Verkündigung der christlichen Heilsbotschaft zu dienen.

Vier Bilder sind Szenen der Szenen der Menschwerdung, bzw. der Kindheit Jesu gewidmet: Verkündigung - Geburt Christi - Anbetung der Magier - Darbringung im Tempel. Es folgen zwölf Tafeln, die das Passions-geschehen zum Thema haben: Christi Gebet am Ölberg - Verrat des Judas und Gefangennahme - Handwaschung des Pilatus - Geißelung - Dornenkrönung - Ecce Homo - Kreuztragung - Entkleidung Christi - Christus im Elend - Kreuzigung - Kreuzabnahme - Auferstehung. Den Abschluss bilden zwei Darstellungen, die die Entschlafung Mariens und die auf das jüngste Gericht hinweisende Fürsprache Mariens und Christi bei Gott, die sog. Heilstreppe oder Intercessio, zeigen.

In einem kostbar ausgestatteten Buch wird dieses bedeutende, nicht öffentlich zugängliche, da in der Klausur des Klosters befindliche Kunstdenkmal einem größeren Leserkreis vorgestellt.
In einem ausführlichen Einleitungskapitel behandelt die Autorin des Buches, Benediktinerin der Abtei St. Walburg, Entstehung, Herkunft, Maltechnik, Zustand und insbesondere das Bildprogramm des Tafelbildzyklus. In 18 Kapiteln werden daran anschließend im Hauptteil des Buches die Tafelbilder, die jeweils ganzseitig in fotographisch hervorragender Qualität wiedergegeben sind, einzeln vorgestellt.

Die Darstellungen des St. Walburger Zyklus sprechen eine religiöse Sprache, die für den heutigen Betrachter der ikonographischen Deutung und Erklärung, ja der Übersetzung bedarf. Ausgehend von dem entsprechenden biblischen bzw. außerbiblischen Quellentext werden die ikonographischen Details sowie die Bildkomposition unter Hinzuziehung von Vergleichen mit anderen Werken der bildenden Kunst ausführlich beschrieben und erläutert sowie ihr Aussagegehalt nach aktuellem Stand der Forschung gedeutet. Dabei dienen Zitate aus mittelalterlichen Legenden, Christusviten und Passionstraktaten, u.a. des mit dem Zyklus gleichzeitig entstandenen "St. Walburger Passionstraktats", zur Einstimmung in die Gedanken- und Bildwelt spätmittelalterlicher Frömmigkeit und Christusmystik.

Das Buch:

Maria Magdalena Zunker OSB
Der St. Walburger Tafelbildzyklus: Eine spätmittelalterliche Bilderschrift.
(Arbeiten zur Eichstätter Geschichte und Landeskunde Bd.2)
Eichstätt 1998. 264 S.

ist im Klosterladen der Abtei St. Walburg erhältlich bzw. bestellbar zum Preis von EUR 15,--, zuzüglich der Versandkosten